Das Wort der Wahrheit Joh 17:17

Die falsche sog. "Logos"- Diskussion Joh 1:1 

Wenn vom "Wort" ("Logos") im Johannesevangelium im Prolog ( Joh 1:1) die Rede ist ("Am Anfang war das Wort /Logos...."), und seiner Bedeutung stößt man auf kunstvolle Ausführungen  "theologisch-philosophischer Natur zur Definition des "Logos". Hieran beteiligen sich leider auch solche Menschen, die es nach ihrer Schriftkenntnis und ihrem Schriftverständnis besser wissen sollten und auch wissen sollten, dass es keiner Anleihen bei der griechischen Philosophie bedarf um die hl. Schrift zu verstehen. Die Schrift legt sich selbst aus, sie ist ihr eigener Ausleger. Das ist eine wichtige Grundregel.

So finden wir denn auch für das korrekte Verständnis des Johannesevangeliums insgesamt und besonders auch für den Vers 1:1 den eindeutigen Maßstab durch den Apostel Johannes in weiser Voraussicht zum Ende hin selbst mitgeliefert. In Joh 20:31 schreibt er unmissverständlich auf, mit welcher Absicht er dieses Evangelium verfasst hat:
Er sagt: „Diese (Ereignisse) aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus [der Messias / der Gesalbte] ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen.“ und stimmt ein in das Bekenntnis des Petrus (Matthäus 16:15-17) und der übrigen Apostel.
Dieser erkenntnisleitende Vers (Joh 20:31) lässt keinen Raum für nachträgliche Spekulationen. Ein Autor verfasst am Ende seines Werkes kein Fazit, das dem Anfang widerspricht, schon gar nicht ein Autor im Geist Gottes. Wenn der erklärte Zweck des Evangeliums darin besteht, Jesus als den von Gott bevollmächtigten Gesalbten (Messias) und Menschensohn Gottes zu offenbaren, so kann zu Beginn im Vers 1:1 keine Gottheit umschrieben worden sein, dem "Wort" also keine abstrakte philosophische "Logos" - Bedeutung angeheftet werden , sondern muß notwendigerweise aus dem Kontext der alttestamentlichen Schriften heraus dem hebräischen-jüdischen Verständnis unterliegen. Der Verfasser ist selbst Hebräer (Jude) und und ein Jünger des Juden Jesus. Das „Wort“ in der Einleitung zum Evangelium ist demnach Gottes schöpferische Kraft ("Gott sprach und es wurde " wie im Schöpfungsbericht und die prophetischen Wortmitteilungen über den kommenden Erlöser und Messias , so wie ER sich der Menschheit mitteilt für den neuen Bund durch Seinen Gesandten Jesus so dass wir durch ihn Gott erkennen ("sehen") können.

"Nachdem Gott in vergangenen Zeiten vielfältig und auf vielerlei Weise zu den Vätern geredet (Wort) hat durch die Propheten, hat er in diesen letzten Tagen zu uns geredet (Wort) durch den Sohn." (Hebräer 1:1.2)

Dass später dennoch komplizierte Lehrsätze und philosophische Gedankenspiele entstanden, liegt an einem tiefen historischen Bruch. Die ersten Versammlungen der Heiligen in Christus ( Urgemeinde zu Jerusalem und die Gründungen durch den Apostel Paulus) dachten und glaubten, wie die Apostel selbst, auf der Grundlage der hebräischen Schriften (AT) und dem Verständnis, dass es nur einen einzigen (alleinigen) und wahren Gott gibt, den Gott ihrer Väter. 
Als im 2. und 3. Jahrhundert zunehmend Denker aus der griechisch-römischen Heidenwelt sich der Schriften annahmen und für die Führung der römischen Kirche an Bedeutung gewannen, brachten sie auch antijüdische Vorurteile und Abneigungen mit. In der Folge trennten sie das Evangelium bewusst von seinen jüdischen Wurzeln (Antijudaismus). Biblische Begriffe wurden mit den Denkmustern der griechischen Philosophie vermischt, und die Lehren wurden dem vom griechischen Denken beherrschten politischen Herrschaftssystem (Römisches Reich) angepaßt.  Aus dieser gezielten Abkehr vom jüdischen Kontext des Messias entstanden die Dogmen und Debatten der aufkommenden römischen Kirche. So wurde der Begriff "Logos" (Wort/ Plan)  seiner hebräisch - jüdischen Bedeutung entkleidet und mit griechisch-philosophischer Bedeutung umkleidet. So wurde aus dieser Umdeutung eine tragende Säule der sich im 3. Jahrhundert n. Chr. anbahnenden Entwicklung und von der römischen Kirche forcierten " (Irr-)Lehre von der Dreifaltigkeit." Die historischen Quellen dazu sind eindeutig. Sie müßten einfach nur zur Kenntnis genommen werden. Die Kirchenoffiziellen haben verständlicherweise kein Interesse sie öffentlich zu machen.
 

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